Archiv für März 2007

katrin!!.!

meine lieblingssendung, mein werktäglich brot sozusagen, ist heute in personifizierter form bei harald schmidt. ein etwas älterer polylux-beitrag findet sich hier:

ehrensenf

anajo – multimedial

und der vorhang geht auf
die welt geht nicht unter
nimmt nur ihren lauf
die karten werden neu gemischt
ich bin wieder munter
ich bin wieder drauf
und der vorhang geht auf

ich wollte einen schicken blogeintrag schreiben über das anajo-konzert mit der duften vorband, wollte videos auf youtube hochladen, um euch die atmosphäre an den schreibtisch zu bringen. doch musste ich auf der karte lesen, dass ton-, film- und videoaufnahmen (film u n d video..) nicht erlaubt seien und strafrechtlich verfolgt würden. gute unterhaltung.

ich habe einmal anajo zufällig bei einem vj!-konzert im so36 gesehen, als vorband. meine begleitung damals freute sich sehr, waren doch anajo mit ihrem smashhit „vorhang auf“ die kurzzeitigen lieblinge des trendigen jugendkultursenders fritz. mir sagten die albernen texte und die beschränkten arrengements kaum zu, einzig „monika tanzband“ konnte ich etwas abgewinnen. ich holte mir die cd mit dem bocciaset auf dem cover, um sie zum weihnachtsfest gegen plätzchen und eine volksbühnenkarte einzutauschen. die plätzchen waren lecker, zum theaterbesuch kam es krankheitsbedingt nicht. allerdings hatte ich auch nicht die original-cd verschenkt.

nach jahren wurde ich dann freundlicherweise überredet, erneut einem anajo-konzerterlebnis beizuwohnen.

die vorband war furchtbar. ein einzelner sänger/gitarrist kämpfte sich durch die menge auf die bühne – das magnet ist eine klassische guckkastenbühne, warf seinen drum/bass-computer an und intonierte obskure schlechte texte. ein beispiel:

neonlampen
immer das gleiche licht
oder auch nicht

seine „band“ war auch nicht darauf programmiert zu reagieren, wenn der sänger sich im ablauf vertat. da musste das halbe lied erneut gespielt werden. nach den songs ging das gerät auch nicht von selbst aus. im großen und ganzen eine peinliche sache.

anajo hingegen hatten merklich spaß an den hohen temperaturen im niedrigen raum und spielten sich souverän durch ihre 2 cds. das publikum, obwohl stets begeistert jubelnd und textsicher mitsingend, schien die band nicht sehr ernst zu nehmen. bei mando diao kommt es nicht vor, dass unwürdige aus dem publikum wagen, immer und immer wieder das gleiche lied einzufordern: monika tanzband, es wurde gejohlt und gehüpft und rezitiert und allseits gute laune ausgestrahlt.

koka36, läden mit unnützen waren, jungdesigner

auf dem weg zur koka36 für anajo-voucher, was eher nach einem essensgutschein für ein spanisches restaurant klingt als nach konzertkarten für eine hippe, wenn auch „mindertalentierte glücksbärchenpopgruppe“, laufe ich die oranienstraße in kreuzberg entlang. naturblasse menschen wärmen mit ihren körpern die gartenmöbel, die von den cafébesitzern eilig vor die tür gestellt wurden – ähnlich wie die uhren am sonntag, so merkt man sich das – und schauen einander wieder in langsam auftauende gesichter. das so36 bereitet sich hinter verriegelten türen auf den nächsten fluch der skaribik-themenabend vor und gedenkt wehmütig alter punk- und besetzerzeiten, als publikümmer und bands noch gewillt waren, an die wände zu pullern. als vj! vor einigen jahren das publikum schüchtern (!) aufforderten, auf den boden der parkbühne wuhlheide zu spucken („passt auf euren nebenmann auf!“), war der gipfel der subversivität erreicht. wie alle nebeneinander miteinander eine straßenszene bildeten.. ich mochte jedem einzelnen zurufen: du ist berlin.

bronze

im zusammenhang mit dem dritten platz von frau savchenko aus der ukraine und herrn szolkowy aus mecklenburg-vorpommern für deutschland bei der wm in japan kam es erwartungsgemäß wieder zu stasi-berichten. heute lese ich, dass es dieser verein bis zum supreme court der vereinigten staaten geschafft hat. dort arbeitete einmal ein IM Kidding.

vj!

einmal im jahr geht es zu virginia jetzt!. nach so36, parkbühne wuhlheide und kulturbrauerei dieses mal im postbahnhof. so kommt man auch rum. das publikum hatte die altersstruktur der früheren prinzenpublikümmer abzüglich eltern mit 12jährigen, aufgefüllt mit mädels. kurzweilig, lebendig, mit gequatsche und nem stagediver, der seine 70 kilo vorsichtig auf die 45-kilo-spaghettiträgertoptragenden gleiten ließ, die ihn aber nicht zu halten vermochten.

weil die karten nur 15 euro kosteten, bestanden die special effects aus einer handvoll silberglitzerschnipsel, die der sänger während des letzten liedes hastig in die luft warf und damit das fette mädchen direkt vor ihm schön vollkleisterte. dabei musste ich daran denken, dass ich einmal eine wunderkerze an meine erste e-gitarre geklebt hab. die spuren kann man auch ohne c.s.i. noch heute feststellen.