Archiv für Mai 2007

wer früher stirbt ist länger tot 7/10

schöner film; wenn man sich einmal an die bayerische sprache gewöhnt hat. selten habe ich einen so leichten film derart konzentriert verfolgt, um auch jeden dialog mitzunehmen. die wichtigen scherze wieder bereits im trailer:

natürlich bist du nicht schuld am tod deiner mutter
-
und wenn, dann höchstens indirekt.

sehr viel gelacht. etwas anstrengend jedoch die nazirichtertraumsequenzen.

als ich von bayerischer sprache sprach, dann in ermangelung eines korrekten begriffes. vielleicht weiß jemand, welcher dialekt im film gesprochen wird?

helden

bevor von mir in den nächsten tagen sicher auch noch dünnes zum neuen heldenalbum kommt (5 punkte bei spon. frechheit. v.a. nach der äußerung: eine bessere band haben wir […] nicht in deutschland. ich habe mir nicht die mühe gemacht, die wertungen anderer deutscher bands nachzuschlagen, aber da wird wohl öfter was über 5 dabei sein) hier mal ein beispiel, wie intelligent die google-anzeigenschaltung funktioniert. in der plattenrezension der netzeitung (wenn man davon sprechen kann, das album ist dort die „cd der woche“) ist zu beginn viel von mutter und eltern die rede. kaum eine rezension kam bislang ohne erwähnung friedrichs aus. die google-maschine denkt nun aber, dass sich der potenzielle album-käufer für folgendes interessiert:

Google-Anzeigen
Wir Sind Helden Tour
Judith Holofernes
Vaterschaft
Vaterschaftstest

zum artikel

kleingeldprinzessin – hingehen!

alle städte, in denen gespielt wird und von denen ich weiß, dass in ihnen jemand mir bekanntes wohnt:

28.05.2007 um 20:30 h
in der Oettinger Villa in Darmstadt

30.05.2007 um 21:00 h
im Epplehaus, Karlstr. 13 in Tübingen

31.05.2007 um 21:00 h
im Feierwerk in München

03.06.2007 um 20:00 h
im Puschkin in Dresden

16.06.2007 um 20:00 h
beim Fachschaftsfest der Germanisten, Rubenowstr. 3, in Greifswald

kleingeldprinzessin website

klar, natürlich nicht nur im radsport. das große geständnis von thomas b. exklusiv im tagesspiegel.

geständnis: hier klicken

vorsicht! für manche studenten ist das ein spoiler!

und ich hätte nie gedacht, dass ich dieses blatt mal verlinken würde.

DOTA DIE KLEINGELDPRINZESSIN UND DIE STADTPIRATEN und THE MAGNIFICENT BROTHERHOOD OF ETERNAL LOVE AND THE HAPPINESS‘S CLOSE COMPANIONS

sind zwei bands, die ich am vergangenen freitag im roadrunner’s sah. erstere empfehle ich von ganzem herzen.


einen kamera-oscar werde ich für den mitschnitt wohl nicht bekommen. aber über den bildschirm in die ferne zu schauen und dabei leises gitarrengesäusel zu vernehmen, ist auch nicht zu verachten.

kleingeldprinzessin

zwei tage in paris 7/10

und schon wieder das problem: wenn es gefällt, ist’s schwierig zu beschreiben. warum hat’s gefallen? einfach kurzweilig? eben wie bei linklater? alles bekannt? dass der film mir gefallen hat, lag selbstverständlich daran, dass er meine erwartungen an ihn mit bravour erfüllt hat. das wiederum könnte man ihm vorwerfen. aber ich will man nicht so sein.

marion und jack verbringen auf der zwischenreise zwei tage in paris. sie ist fotografin, er innenarchitekt. marion ist gebürtige französin, jack us-amerikaner, was man in jeder mimik, gestik, äußerung, handlung bemerken soll und darf. auf sehr unterhaltsame, redefreudige (was hier nicht das gleiche ist) art werden sämtliche klischees beider völker durchgespielt. hitlerhass, prüderie, vielviel sex, allergien, rassismus, patriotismus, übertriebene angst vor unhygiene: das ist schwarzer schimmel!, vielviel sex, streitfreude und überhaupt viel reden, heruntergekommene wohnungen, rotwein, rotweinablehnung. viel spaß beim sortieren.

sehenswerter film, marions rolle ist aber altbekannt angelegt, da fragt man sich doch, ob julie delpy nichts anderes kann (und freut sich, weil man diese rolle ja sehen wollte). sie kann aber doch noch anderes:

buch geschrieben
produziert
musik geschrieben
gesungen
familienmitglieder in den film integriert
regie geführt

wenn sich die witze nicht zu 60 prozent um sex gedreht hätten, hätte es auch von mir mehr punkte gegeben.

imdb

umziehen

wer umzieht, ohne selbst umzuziehen, hat freu[n]de. hier der induktiv geführte, und keinesfalls ironische beweis:


und doch

vokabelkarte

das mädchen das die seiten umblättert 9/10

anschauen! ein lehrstück über perfide rache und überlegtes handeln.

kickern heißt auf englisch fussball

wir waren im olympiastadion, das laut äußerst leserlicher inschrift am marathontor noch immer am reichssportfeld steht. jesse owens hat hier über 100m, 200m, 4×100m und im weitsprung gold geholt, zinédine yazid zidane marco materazzi mit köpfchen niedergestreckt. genug, um diese sportstätte als historisch einzuordnen.

wie viele grandiose und spannende spiele ich hier schon gesehen habe? zitieren wir zur beantwortung dieser frage doch einmal die aufgebrachte menge im gästefanblock, die in wortwahl und rhythmus in etwa folgendes äußerte:

ohne bayer wär‘ hier gar nichts los.

und so geht das schon seit jahren, völlig gleich, ob der gegner nun dortmund, wolfsburg, bremen oder – wie in der regel – bayer leverkusen heißt: die spielweise des hauptstadtclubs bereitet zumeist wenig freude. so kann man aber skrupellos der niederlage des heimischen vereins entgegenfiebern. schlechtes gewissen? achwo.

hertha bsc berlin – werder bremen 6.5.2007

wir waren in großer gruppe angereist, 7 menschen, darunter 2 tatsächliche bremen-anhänger, der rest nur mit werder-wohlwollen, um schalkes meisterschaft nicht miterleben zu müssen. im stadion dann andere bekannte gesichter entdeckt, auch neutral eingestellt, die meisten zum ersten mal bei einem fußballspiel. werder scheint auch die indifferenten anzuziehen. ausverkauft. 5 tore, bremen gut, rote karte, bier und bratwurst. ich möchte georg einmal mit bier und bratwurst ein fußballspiel ansehen sehen. irgendwann. algemarin, „die dusche der hertha-stars“, präsentierte die nachspielzeit (2min dank algemarin), der kurier die zwischenstände, deutsche bahn mobility (?) bezahlte die bandenwerbungsrechte, und es gibt eine ec-karte von hertha bsc, wie es auch knut-ec-karten gibt.

hertha bsc berlin – bayer 04 leverkusen 12.05.2007

alljährlich pilgern wir zum olympiastadion, um unsere helden außerhalb der mattscheibe (in zeiten von hdtv sicher ein anachronismus) sehen zu dürfen. jedes jahr ist das uns etwas mehr geld wert, aber wer weiß, wie lang schneider noch mitmachen will. in den 16 euro war eine unterhaltsame halbzeitshow bereits inklusive. und selbst verwöhnte basketballbesucher werden jetzt verwundert die augen aufreißen und den kiefer einige zentimeter nach unten fallen lassen: wir durften zwei teils übergewichtigen jungen aus offensichtlich prekären lebensverhältnissen 10 min beim computerspielen zuschauen und sollten das computer-team hertha anfeuern. da merkte man gar nicht, wie schnell die zeit verging.

berlin glich immer wieder aus, doch am ende konnten wir (wir!) uns aufgrund einer strittigen strafstoßentscheidung mit 3:2 durchsetzen und beschwingt den heimweg antreten. bis zum nächsten jahr.