Archiv für Februar 2009

Skins

na, noch mal 17 sein? die 3 Bartstöppelchen gegen 3 Pickelchen eintauschen?

Auf Anraten von www.coffeeandtv.de Lukas (ich habe von denen gelernt) habe ich mir die erste Staffel von Skins besorgt und bin positiv überrascht, wie nah die Macher an der Realität heutiger Jugendlicher, zu denen ich mich fast noch hinzuzähle, dran sind. Vor fünf Jahren war es jedenfalls noch alles so wie in der Serie, nur eben nicht in England.

Der Soundtrack meiner Jungendlichkeitsphase gleicht dann auch im Klang den im Hintergrund eingespielten Gitarrenakkorden, viel Bekanntes ist zu Hören, wie zB das Intro zu first day of my life, das ich damals auf einem an mich verschenkten „Tape“1 fand und sich tief eingrub.

In Skins finden sich nun auch die gleichen Typen wieder, die es auch in meiner Jugendlichkeitsphase gab und offenbar bis heute gibt, 1 zu 1 werden sie abgebildet, die Schönlinge- und Geister, Freunde und Kumpels, Schwulen und sich-in-Lehrerinnen-Verlieber, die Musikerinnen, Kinder reicher Eltern, die Scheidungskinder, Immigranten, Lebenslustigen und Lebensmüden. ach, alle sind sie da.

Ich empfehle, wer nicht alle Folgen sehen will, die Folge 6: Klassenfahrt nach Moldau, wo seltsamerweise russische Flaggen hängen, alle bestechlich sind, die Einrichtung völlig heruntergekommen ist und das Essen widerlich. Die Attraktivität der Mädels entschädigt aber offenbar für die Unannehmlichkeiten, und wenn diese (Mädels) mit „Friends“ Englisch gelernt haben, merkt man das auch in ihrem Wortschatz..2

  1. natürlich eine CD [zurück]
  2. he’s such a good friend. He‘ll be there for you when the rain starts to fall… oder: he’s my husband. we were on a brake. [zurück]

vkontakte.ru

Die sozialen Netzwerke haben mich wieder. Es wurde mir von allen Seiten prophezeit, ohne ginge es gar nicht mehr als Gaststudent im Ausland. Gemeint war natürlich der Facebook-Account. Ganz so weit kam es nun nicht, den Facebook ist hier unbekannt. Dafür sind alle (alle!) bei „vkontakte.ru“. Im Kontakt also.

Ich weiß nicht mehr genau, welche Funktionen das Studivz bereithält, um die beliebigen Nutzer Studenten auf ihre Seiten zu holen, wo es nichts zu tun gibt, nachdem man alle möglichen Menschen als Freunde hat, sich durch die ganzen lustigen, lustigen, lustigen na gut, es gibt sie, lustigen Gruppen geklickt hat und die Bikinifotos der kleinen Dunkelhaarigen, die in den Vorlesungen immer 3 Reihen vor einem sitzt ausgiebig betrachtet hat – das Netzwerk vkontakte.ru lässt den Nutzer unendlich viele Songs von der Festplatte ins Netz laden und verbreiten, ebenso Videofilme, und komische Geschenke verteilen. Auch sehr schön: man kann Freunden kleine Grafittis auf die Pinnwand malen…

danke. es hat geklappt

Dass es einen ganzen Haufen Vorteile bringt, mit den Mitstudenten in Kontakt zu kommen und zu bleiben, auch am Nachmittag am Schreibtisch Sprachpraxis geübt wird, lässt mich die Bedenken hinsichtlich Datenschutz und aller anderen, bereits früher beschriebenen Nachteile verdrängen.

красно-синий, самый сильный

Ich war zum Fußballgucken eingeladen worden. ZSKA Moskau, der alte Armeeklub, gegen Aston Villa, den ebenso traditionsreichen und derzeit viertplazierten Premierleagueverein im 1/16-Finale des UEFA-Pokals.

Wir trafen uns bereits 2 Stunden vor Spielbeginn an der Komsomolskaja. Während wir also bei Leverkusen-Spielen in Berlin mit Glück den Anpfiff erleben, war ich schon eine ganze Stunde zu früh im eiskalten Olympiastadion Luschniki, in dem 1980 die Olympiade stattfand und 2008 das Championsleague-Finale ausgetragen wurde.

Das Stadion war nur zu einem Drittel gefüllt. Aus diesem Grund wurden – anders als in Deutschland – auch nur ein Drittel der Blocks geöffent. Die Folge kann man sich leicht ausmalen: gute Volksfeststimmung auf den besetzten Rängen. Der Blick übers Spielfeld hinaus fiel jedoch auf komplett verwaiste Sitzreihen.

ZSKA Moskau, obwohl noch völlig in der Vorbereitung auf die erst im März beginnende Saison, gewann – das werden einige mitbekommen haben – ungefährdet mit 2:0 nach einem 1:1-Unentschieden im Hinspiel und steht im Achtelfinale. Die Stimmung kann man sich vorstellen.

Leider war es fürchterlich kalt. Daher bin ich jetzt krank.

Man lernt nicht aus

Ich habe einmal ein kleines Video gemacht, in dem gezeigt wird, was man tun muss, um hier einen Kommentar zu hinterlassen.1 Vollbild gibt’s, wenn ihr auf das Viereck mit den Pfeilen am rechten unteren Rand des Videos klickt.

  1. klar, ich wollte eigentlich nur Screentoaster ausprobieren [zurück]

Nick and Norah’s Infinite Playlist 7/10

Coffeandtv hatte den Film Nick und Norah – Soundtrack einer Nacht – empfohlen, drum nahm ich mir Zeit und sah ihn mir auch an.

Ohne von Lukas abschreiben zu müssen, drängt es mich mitzuteilen, dass mir die Garden-State-Analogien auch gehörig ins Auge sprangen. Dieser Film wird wie der Film vom in-Scrubs-mit-allen-Mädels-Rummacher Zach Braff vom Soundtrack zusammengehalten, was nicht weiter schlimm ist, weil die Musik klasse ist und sich auch in meiner Mediathek befindet, dadurch aber leider keine Notwendigkeit gesehen wurde, nun auch noch eine schlüssige Handlung zu präsentieren. Wie in Garden State fahren und laufen die Akteure minderwichtigen Sachen hinterher (dort ein Amulette, hier eine betrunkene Freundin), um sich selbst (das heißt den Partner) zu finden. Allein die Skurillitäten aus Garden State wurde vergessen beiseite gelassen.2

Sogar die Schlussszene auf der Rolltreppe wurde nachgespielt mit einem beinahe identischen abschließenden Satz. Und der Ort der Handlung ist lediglich von einer Seite des Flusses auf die andere verlegt worden1.

Artwork, Atmosphäre und Hauptdarsteller wurden bei Juno geklaut, Michael Cera habe ich bislang noch nicht als Schauspieler akzeptieren können, er macht erneut nichts in dem Film, ein Nicht-Schauspieler.

Der Rest war aber sehr schön, straff erzählt, im großen auch nachvollziehbar.

Schaut euch noch die Bilder von der Premierenfeier an und vergleicht sie mit den Schönheiten aus dem Film. Da hätte man mit iPhoto/picasa noch einiges machen können. Bei den Fotos. Der Film ist bereits durchinszeniert.

  1. wenn mich meine Topographiekenntnisse nicht täuschen [zurück]
  2. Von der Szene abgesehen, in der die gesuchte Betrunkene in der mit Erbrochenem gefüllten Kloschüssel nach ihrem Kaugummi fischt, natürlich. [zurück]