Literaturtipp Die toten Seelen

Auf der Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr nicht vertreten und von den Feuilletons geschmäht… Die Toten Seelen.

Vor allem der erste Teil ist zum Lachen komisch, dabei traurig und ernst. Ein grandioses Buch.

Man kann nach dem ersten Teil getrost aufhören, Teil zwei ist nur in Fragmenten erhalten, die dringend überarbeitet gehören. Teil drei ist gar nicht erhalten. Gogol hat sein Lebenswerk dem Feuer anvertraut. Leider.

Korruption, nicht ganz koschere Geschäftsgebahren, Provinzbewohner, die den Städtern immer ein paar Jahre hinterherhinken. Ein Mann, der ohne viele Fähigkeiten aber mit eiserner Disziplin zu einigem Reichtum gelangt… All das gibt es ja gottseidank heute gar nicht mehr.

Ich wünsche anregende Lektüre. Es darf auch bei mir ausgeliehen werden. In deutscher Sprache.

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Nachtrag 00:57 Uhr: ein paar mehr Gedanken in den Kommentaren.


5 Antworten auf “Literaturtipp Die toten Seelen”


  1. 1 DNNS 14. Mai 2009 um 21:28 Uhr

    Die FAZ hat da ne Rezension drüber geschrieben. Tatsächlich haben mich meine Großeltern letztens gefragt, ob sie das für einen Freund zum Geburtstag kaufen sollen.

  2. 2 DNNS 14. Mai 2009 um 21:29 Uhr

    Hier noch die URL von der Perlentaucher Rezensionszusammenfassung: http://www.perlentaucher.de/buch/31844.html

  3. 3 kostik 14. Mai 2009 um 21:54 Uhr

    dann habe ich mich offenbar schon wieder geirrt. Jetzt ist aber wirklich Schluss damit für 2009.

    Vielen Dank für den Link. Die ganze Besprechung gibt es hier, vor allem mit etwas Entstehungsgeschichte:

    http://www.buecher.de/shop/Gl-Gor/Gogol-Nikolai-W-/Die-toten-Seelen/products_products/content/prod_id/25625260/

    Ich habe noch die alte dtv-Ausgabe gelesen, mit der Übersetzung von Fred Ottow. Aber diese ist mir auch nicht negativ aufgefallen. Im Gegenteil. Dass Gogol vor allem an den Stellen gefeilt hat, in denen die Figuren wörtlich sprechen, habe ich auch einmal gelesen. Das geht wohl verloren.

    Besonder mochte ich die Stellen, in denen der Erzähler ausbricht, seine Erzählmotivation erklärt und verteidigt, und begründet, weshalb er eben die benutzten und keine anderen Charaktere verwendet, gerade eben die „schlechten“ (das ist freilich zu undifferenziert, aber der starren, vor allem knappen Form des Blogkommentars geschuldet). In dem Zusammenhang ist es interessant, wenn Nabovok dahingehend zitiert wird, dass es Gogol nicht gelang, etwas Erhabenes zu gestalten, ein Ideal. Nach der Lektüre der Toten Seelen würde ich sagen, dass er dies auch keineswegs beabsichtigte (übrigens bereits auch nicht im Revisor).

    Als Geburtstagsgeschenk? Nun, ich hoffe, es fehlt der persönliche Zusammenhang! Es gibt keine Figur im Roman, der man nacheifern sollte – vom Erzähler abgesehen. Alle sehen nur das kleine Universum, das sie unmittelbar umgibt. Für andere, das große Ganze, evtl. die Gesellschaft, hat niemand einen Blick. Vielleicht den großen M. A. Bulgakow verschenken?

    Mit diesem habe ich in der vergangenen Woche ein Erlebnis gehabt.. Aber nein, es genügt als Blogkommentarantwort.

  4. 4 Christian 15. Mai 2009 um 10:41 Uhr

    Wenn du hier schon Stern-Ranicki spielst: Obwohl ich ja eher der Sachbuch-Typ bin, suche ich einen Roman über die russische Revolutionszeit, so 1905-1921 – irgendwelche Empfehlungen ?
    Dank im Vorabbereich.

  5. 5 kostik 15. Mai 2009 um 16:50 Uhr

    Ich denke darüber nach.

    Im übrigen bin ich ja wohl wenn überhaupt die Heidenreich. Schließlich konnte ich nur sagen, dass es mir (sehr) gefallen hat und warum. Und eine Kaufempfehlung aussprechen.

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