Wiederholungsfragen zu:

Robert Michels: Zur Soziologie des Parteiwesens in der modernen Demokratie: Untersuchung über die oligarchischen Tendenzen des Gruppenlebens. Leipzig 1911.

Was war Michels Untersuchungsgegenstand, und aus welchem Grund suchte er ihn aus?

- sozialistische/sozialdemokratische Parteien
Gründe:
– zum einen, weil nur diese sich die Demokratie als Ziel setzten
- zum anderen wegen des immanenten Dilemmas, dass die Gründung von Massenparteien für die Orga des Klassenkampfes notwendig war, dieses aber einen unaufhaltsamen Prozess der Oligarchisierung in Kraft setzte

Was macht für Michels das Wesen jeder Organisation aus?

- Tendenz zur Oligarchie
- Aristokratische Züge
- Verkehrung des Verhältnisse Führer-Masse in sein Gegenteil
- Mutter der Herrschaft des Gewählten über Wähler
- wird letzten Endes zum Selbstzweck und strukturkonservativ

Auf welchen drei Prinzipien beruht die Entstehung der Oligarchisierung in Massenorganisationen? Beschreibe !

- technisch-administrativ: Notwendigkeit des Delegationsprinzips; Gegensatz zwischen innerparteilicher Demokratie & organisatorischer Effizienz (Zentralisation, Beweglichkeit, Hierarchie); Herausbildung einer verselbstständigten Führungsschicht
- psychologisch: Führerprinzip --> Unterordnung
- intellektuell: Intelligenz der Führung vs. Inkompetenz der Massen

Was ist die Folge der Oligarchisierung innerhalb einer Organisation?

- Parteiführer bilden enge Zirkel aus --> Kartellbildung, Kooptation
- Revolutionäre --> Reaktionäre (durch sozialen Aufstieg)
- Verlust des revolutionären Elan --> Organisationswachstum und Parteitätigkeit im Zentrum

Was waren die beiden Hauptkritikpunkte an Michels’ Parteisoziologie?

- Schlüsselbegriff der Oligarchie unbestimmt
- Massenpsychologische Sicht der „führungsbedürftigen“ Parteimitglieder