Wiederholungsfragen zu:

Hans J. Morgenthau
Politics Among Nations: The Struggle for Power and Peace, New York 1948.
deutsch: Macht und Frieden, Grundlagen einer Theorie der internationalen Politik, Gütersloh 1963.

1) Wie ist Morgenthaus skeptisches Menschen- und interessegeleitetes Staatenbild zu erklären?
- geboren 1904  weltpol. Ereignisse der Zwischenkriegszeit und Kriegszeit
- persönliche Erfahrungen als Jude in Deutschland (Emigration in die USA 1937)
- verbreitete Denkströmung der Entstehungszeit: philosophischer Realismus

2) Was thematisiert der „philosophische Realismus“? Welches ist ihr prominentester Vertreter?
- Abgründe des menschlichen Wesens zwischen ungeahnter Schöpfungskraft und unbegreiflichem Zerstörungstrieb
- Reinhold Niebuhr

3) Worauf ist nach Morgenthau die internationale Politik eines jeden Staates ausgelegt?
- Bewahrung und Ausbau von Macht

4) Welchen Wahrheitsbegriff legt Morgenthau seinen Überlegungen zu Grund?
- es gibt eine objektive und universal gültige Wahrheit in politischen Dingen
- der menschliche Verstand kann diese Wahrheit erfassen
- diese Wahrheit wird in den wechselnden Gestalten aufeinander folgender historischer Perioden verkörpert

5) Woran ist der Begriff des politischen Realismus ausgerichtet?
- am menschlichen Wesen, wie es wirklich ist
- an geschichtlichen Abläufen, wie sie den Tatsachen entsprechen
- nicht: an abstrakten Grundsätzen

6) Wie versteht Morgenthau den Begriff „Interesse“
- im Sinne von Macht
a- ls Bindeglied zw. Vernunft, die sich bemüht, internationale Politik zu verstehen, und den zu bewältigenden Tatsachen

7) In der Tradition welcher Denker steht Morgenthau?
- Thukydides
- Niccolò Machiavelli
- Thomas Hobbes

8) Können gute Absichten oder moralische Ansprüche von Staatsmännern als Maßstäbe für eine rationale Theorie dienen? Beispiele? Warum?
- Nein
- Appeasement- Politik
- sachl. Unangemessenheit, mangelnde Interessenorientierung

9) Welchen Vorteil hat die Verbindung von Interesse und Macht?
- Stabilisierung --> Gleichgewichtsstreben
- Staaten können untereinander ihre Politik beurteilen
- sorgt bei wechselseitiger Anerkennung nationaler Interessen für S
- Überhöhung der eigenen Ansprüche (--> Nationalismus) ausgeschlossen

10) Warum ist es „selbstmörderisch“, wenn Staaten freiwillig ihre Macht beschränken lassen?
- Staaten, die durch höhere Einsicht vom Machstreben geheilt sind, würden der Macht der anderen zum Opfer fallen

11) Was ist im Realismus das Mittel zur Machtbegrenzung?
- Gleichgewicht der Mächte

12) Nenne weitere Verfechter des Realismus!
- Edward H. Carr
- John H. Herz (Sicherheitsdilemma)

13) Was sind die zentralen Prämissen des Realismus?
- Anarchie im internationalen System
- zentrale Stellung der nationalstaatlichen Akteure
(Machtstreben)

14) Was spricht gegen eine absolute Dominanz der Machtorientierung aller Staaten?
- Bedeutungszunahmen von
*Normen
*Regeln
*dauerhaften Kooperationsbeziehungen
auf der internationalen Ebene
- nationales Interesse und „gute Außenpolitik“ sind nicht objektivierbar
- nationale Außenpolitik durch innere und äußere Einflüsse geprägt (Herrschaftssysteme)