Während umfassende Partizipation in der Politischen Theorie keine allgemeine Anerkennung findet, ist politische Teilhabe an Entscheidungsprozessen in der Jugendarbeit zu einem Modewort avanciert. Auch in den Bildungsministerien der Länder ist dieser Trend angekommen und Bemühungen, Schüler stärker zu beteiligen, sind bemerkbar. Empirisch ist jedoch ein Desinteresse an politischer Beteiligung zu verzeichnen. Die bestehenden Beteiligungsformen sind offensichtlich nicht geeignet, Schüler zu mehr Partizipation zu motivieren. Das liegt neben dem Mangel an individueller Gratifikation vor allem in der Struktur begründet. Schüler empfinden diese als „Scheindemokratie“, in der sie nur unwesentliche Entscheidungen selbst treffen dürfen.

Die vorliegende Arbeit ist zweigeteilt. Der erste Abschnitt widmet sich dem Ist-Zustand von Partizipation. Dazu werden ihre Möglichkeiten und Grenzen anhand des Landesschulgesetzes bestimmt. Daraufhin wird eine Befragung vorgestellt, die im Rahmen dieser Arbeit im März 2007 mit 90 Schülern eines Berliner Gymnasiums mit dem Ziel durchgeführt wurde, Einstellungen zu den bestehenden Mitbestimmungsmöglichkeiten auf Klassenebene, in der Gesamtschülerversammlung und der Schulsprecher zu messen. Die Resultate dieser Untersuchung werden im Kontext wichtiger Forschungsergebnisse analysiert und bewertet.

Im zweiten Teil der Arbeit sollen die Hauptkritikpunkte an der partizipatorischen Demokratietheorie hinterfragt werden. Die Leitlinien dieser Theorie werden dann bezüglich ihrer Anwendbarkeit auf die Institution Schule untersucht. Eine Auseinandersetzung mit Empfehlungen für mehr Demokratie an Schulen schließt diese Arbeit ab.

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