Die SPD geht mit ihrem neuen Grundsatzprogramm in einigen Punkten neue Wege und gibt erstmals programmatische Antworten auf eine sich ändernde Welt. Hier ist insbesondere der Abschnitt des sozialen Europas zu nennen. Die SPD formuliert damit in ihrem Grundsatzprogramm erstmals eine Strategie, die eine soziale Weiterentwicklung Europas als Problemlösung auch nationaler Themen benennt. Nach wie vor soll Europa aber auch politisch voran gebracht werden durch den weiteren Ausbau der Demokratie in den europäischen
Institutionen.

Mit dem Konzept der „Guten Arbeit“ hat die SPD in der Debatte ums Grundsatzprogramm ein Thema in den Mittelpunkt gestellt, welches die Arbeitnehmerseite der SPD bedient und im Wahlkampf das soziale Profil der SPD
schärfen soll. Es ist der SPD aber auch anzumerken, dass sie zweierlei will. Einerseits wird versucht pragmatisches Regierungshandeln im Programm einzufangen, was die Etablierung des „vorsorgenden Sozialstaats“ als Leitidee zeigt. Andererseits hatte die SPD-Basis im Diskussionsprozess auch die Möglichkeit traditionelle sozialdemokratische Werte, wie die Leitidee des „demokratischenSozialismus“ weiterhin zu erhalten und gegenüber dem Bremer Programmentwurf durchzusetzen. Daneben sorgte ebenfalls die Basis mit dafür, das Prinzip der Nachhaltigkeit als einen neuen Grundwert im Programm zu verankern.

Es ist anzunehmen, dass die im neuen Hamburger Programm benannten Probleme und entwickelten Lösungsansätze auch noch in einigen Jahren nichts von ihrer Aktualität verloren zu haben. Das Hamburger Programm sollte der SPD also in den nächsten Jahren bzw. Jahrzehnten ein politischer Kompass sein und nicht so schnell von der Realität überholt werden, wie das Berliner Programm Es muss sich aber zeigen, inwiefern die SPD politische Mehrheiten erlangen kann um ihre Konzepte auch in Regierungshandeln umsetzen zu können.